Neue Atomkraftwerke in Schweden geplant

Die schwedische Regierung unter Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt macht mit einer energiepolitschen Wende den Weg für den Bau neuer Atomkraftwerke in Schweden frei.

Seit 1980 war dies in Schweden gesetzlich verboten, nachdem sich die Schweden per Referendum für einen Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen hatten. Grund hierfür war ein Zwischenfall im Atomkraftwerk Three Mile Island in Harrisburg, Pennsylvania (USA). Dort war es 1979 zu einer Beinahe-Katastrophe gekommen, bei der rund 20% des Reaktorkernz geschmolzen waren.

In Schweden existieren derzeit 10 Reaktoren in drei Kernkraftwerken (Oskarshamn, Forsmark und Ringhals) die aktuell die Hälfte des schwedischen Strombedarfs decken. Diese können nun durch neue ersetzt werden. Trotzdem setzt die schwedische Regierung auch auf erneuerbare Energien, die bis zum Jahr 2020 ebenfalls rund 50% des Energiebedarfs des Landes decken sollen. Das Kernkraftwerk Barsebäck bei Malmö mit zwei Reaktoren wurde im Zuge des Ausstiegsbeschlusses stillgelegt.

Die bestehenden Reaktoren, die altersbedingt vor ihrer Abschaltung stehen, sollen nun durch neue, modernene Reaktoren ersetzt werden, die über eine höhere Leistung verfügen. Bezahlt werden sollen diese allerdings auf rein privater Basis, staatliche Subventionen sind nicht vorgesehen. Immer wieder hatten die Stromkonzerne sich für den Ausbau der Atomenergie ausgesprochen. Hierzu gehören der staatliche Vattenfall-Konzern, der auch auf dem deutschen Markt aktiv ist, sowie das deutsche Unternehmen E.ON.

Der nun in Schweden gefundenen Kompromiss zwischen der Erhaltung der Kernenergie und dem gleichzeitigem Ausbau regenerativer Energiequellen wird auch von der Zentrumspartei mitgetragen, die sich lange Zeit gegen Reaktorneubauten gesperrt hatte.