E.ON trennt sich von seinem Stromnetz

Um ein hohes Bußgeld zu vermeiden, will sich der E.ON-Konzern auf Druck der EU-Kommission von seinem Stromnetz trennen.

In einem zweijährigen Verfahren, welches die Wettbewerbskommissarin der EU gegen E.ON eingeleitet hatte, wurde der Stromkonzern verdächtigt, seine marktbeherrschende Stellung auf dem Markt zu nutzen, um sich Konkurrenz vom Leib zu halten und so höhere Preise verlangen zu können.

Der Konzern gab nun dem Druck der Kommission nach, die schon länger die Trennung von Stromerzeugung und Stromnetz fordert und sich davon mehr Wettbewerb auf dem Strommarkt erhofft, und bot als Kompromiss den Verkauf seines Stromnetzes sowie die Bereitstellung von Kraftwerkskapazitäten für Wettbewerber an. Die Verbraucher würden hiervon durch günstigere Strompreise profitieren. Ein Sprecher des Unternehmens hat bereits signalisiert, es gäbe mehrere Kaufinteressenten für das Stromnetz des Konzerns.

Wenn die EU-Kommission das Angebot von E.ON annehmen würde, was wahrscheinlich ist, wäre dies ein Novum in der europäischen Geschichte des Kartellrechts. Noch nie zuvor hat sich ein Unternehmen von größeren Vermögenswerten getrennt, um einem Wettbewerbsverfahren der EU zu entgehen. Die Kommissarin Neelie Kroes sagte hierzu: “Die äußerst umfassenden Zusagen werden die deutsche Strommarktlandschaft grundlegend verändern und bieten die Aussicht auf mehr Wettbewerb und größere Wahlmöglichkeiten für die Verbraucher”